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    Karl-Heinz Würtz Dritter, Florian Böhme Siebter bei der Ulmer Laufnacht

    Von | 30.Juni 2012

    100 km-Lauf „um Ulm herum“ wird für manchen Läufer zur Qual

    Start der Ulmer Laufnacht 2012 (privat)

    Start der Ulmer Laufnacht 2012 (privat)

    Der LG Filstal startende Ultraläufer Florian Böhme und Karl-Heinz Würtz aus Ottenbach waren mit guten Aussichten beim 100km-Lauf der Ulmer Laufnacht angetreten. Die zum vierten Mal statt findende Veranstaltung bot nebst Läufen über 50 und 100 km auch verschiedene Staffelläufe. Die Strecken führen in einer großen Runde „um Ulm herum“, gestartet wird wie bei vielen Läufen dieser Art spät abends, um 23 Uhr, mit einem Feuerwerk in Blaustein bei Ulm.

    Der erfahrene Ultraläufer und Personal Trainer Florian Böhme aus Göppingen reiste dabei mit einem fünften Platz bei der Deutschen Meisterschaft im Ultramarathon vor drei Wochen im Gepäck an. Üblicherweise wird bei solch langen Läufen zur Verpflegung des Athleten eine Fahrradbegleitung eingesetzt. Diese fiel Böhme jedoch kurzfristig aus, so dass er auf sich alleine gestellt war. Mit diesem Handicap im Hinterkopf lief er los, gemeinsam mit den Favoriten Rainer Koch und Achim Zimmermann. Er konnte im Verlauf gar in Führung gehen und sich absetzen. So war Böhme dann bei km 11,5 in Führung und bekam dann vom Veranstalter einen Radler gestellt. Mit einem weiter recht hohen Tempo über die vielen kleinen Anstiege der Ulmer Alb, später entlang an Iller und Donau, ging es durch die laue Sommernacht..
    Nach 50 km wurde Ulm erreicht. Hier lag Böhme mit circa 10 Minuten vor den Verfolgern in Front, in einer Zeit von 3:42 Stunden, die das Ziel für seinen ersten 100km-Lauf, nämlich unter 8 Stunden zu bleiben, machbar erscheinen ließ. Böhme lag auch deutlich vor dem späteren Sieger des 50km-Laufes, dem Triathleten Jürgen Hauber (3:50:40 Stunden).

    Bei km 57, als es weiter entlang der Donau ging, stürzte er dann über eine Wurzel. fiel auf die rechte Schulter und schlug sich das Scheinbein auf. „Ich lieg erst mal. Erster Gedanke: Jetzt hättest Du einen Grund aufzugeben, gepaart vom zweiten Gedanken, der in der Sekunde darauf folgte: Jetzt erst recht”. Zunächst hielt Böhme sein Tempo, dann folgten jedoch einige harte Anstiege, die ihm „den Stecker zogen“.

    Bei km 70 wurde er schließlich vom späteren Ersten Achim Zimmermann überholt. Er wurde immer langsamer und dachte auch mehrfach ans Aufgeben. „Ich weiß nicht warum ich die Mitnahmemöglichkeit nicht wahr genommen habe. Meine Freundin stand bei km 80 – wenige Meter von unserem Fahrzeug entfernt. Einsteigen, Füße hoch, kühle Getränke aus der Kühlbox. Nur keine Belastung mehr“.

    Er läuft weiter. Trotz des sehr langsamen Tempos dauert es relativ lange, bis er weiter überholt wird, bis km 90 ist er jedoch auf Platz 7 durchgereicht worden. Das Ziel wird reduziert, auf „unter 9 Stunden ins Ziel kommen“. Mit einer Beschleunigung auf den letzten 10 Kilometern schafft er dies tatsächlich noch und kam nach 8:54:38 Stunden auf Platz 7 der Gesamtwertung in Blaustein an..

    Fazit des Sportlers Florian Böhme: „Eigentlich wollte ich Brote backen heute Nacht, das musste ich reduzieren auf Brötchen“.

    Der seit 1998 bestehende Kreisrekord von Michael Weissenfels (TSV Adelberg-Oberberken; 8:12:37 Stunden) bleibt somit unangetastet.

    Bei den 100km-Läufern gewann Achim Zimmermann vom SV Mindelzell in der Zeit von 7:47:41 Stunden vor Jürgen Kiebler (TV Isny; 8:25:25) und dem für die LG DUV laufenden Ottenbacher Karl-Heinz Würtz (zeitgleich in 8:25:25), der im Ultramarathon-Bereich schon länger zu Hause ist.

    Bei den Frauen gewann über 100 km Silke Honold vom LT Herbrechtingen in der hervorragenden Zeit von 9:16:15 vor Tabitha Bühne (Runners Point Ulm; 9:47:47) und Andrea Schadewell (Team Icehouse; 10:17:19). Weitere Kreisvertreter waren nicht am Start.

     

     

     

     

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