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Stefan Schmid ist Deutscher Meister
Von Marco Höpfner | 14.Juni 2011
Sieg für den Athleten vom Sparda-Team Rechberghausen vor dem Namensvetter
Kulmbach – Bei den internationalen Deutschen Meisterschaften der Triathleten über die Mitteldistanz in der bayerischen Bierstadt Kulmbach (Mönchshof-Triathlon) zeigte sich Stefan Schmid vom Sparda-Team Rechberghausen in Top-Verfassung und holte am Pfingstsonntag den Titel.
Neben dem Deutschen Meistertitel über dieselbe Distanz im Jahr 2009 und dem 5. Platz bei den Weltmeisterschaften 2009 ist dies somit einer der größten Erfolge in der Siegesliste des 29-Jährigen Sportlers, der seit diesem Jahr dem Sparda-Team Rechberghausen angehört.
Nach seinem dritten Platz beim „TriStar 111“ in Worms vor zwei Wochen ging Stefan Schmid hochmotiviert ins Rennen. „Ich war aber sehr nervös, da die Erwartungen an mich sehr hoch waren.“
Pikanterweise war der Hauptkonkurrent von Stefan Schmid in seinem Namensvetter Stefan Schmid zu sehen, für das Tri Team Schongau startend und im Gegensatz zum Rechberghäuser ein Vollprofi. Der 24-Jährige war immerhin im letzten Jahr Altersklassensieger bei den Weltmeisterschaften im Triathlon-Mekka Hawaii über die klassische Ironman-Distanz.
Die Distanzen, die bei guten äußeren Bedingungen von den 600 Teilnehmern zu bewältigen waren, setzten sich aus 2 km Schwimmen, 85 km Radfahren und 20 km Laufen zusammen. Gestartet wurde morgens im Badesee von Trebgast. Trotz des Starts in drei separaten Wellen gab es im Wasser harte Kämpfe, mit Prügeln auch für Schmid. Er bekam ständig Schläge ab, wurde förmlich überrollt, verlor zuletzt gar seine Schwimmbrille. Er musste dann kurz anhalten, um sie wieder aufzuziehen. Von den über das übliche Maß hinausgehenden Kämpfen im Wasser gestresst, wollte er das Rennen schon beenden, auch weil auf die Führenden bis dorthin schon gehörig Zeit verloren gegangen war. Schmid dazu: „Ich dachte mir, man, reiß Dich zusammen, es sind gerade mal 10 Minuten von vier Stunden Wettkampfzeit vorbei!“. Mit dieser Motivation zog er die letzten 1,5 Kilometer Schwimmen in gutem Tempo durch.
„Mir fielen hundert Steine vom Herz, als ich dem Wasser entsteigen durfte“, so der sympathische Athlet. Mit fünf Minuten Rückstand auf die Spitze stieg er aufs Rad. Mit hohem Tempo ging es auf die wellige Rundstrecke, die drei Mal zu bewältigen war und mit einem langgezogenen Anstieg gespickt war. Rein an der Zeit gemessen, konnte Stefan Schmid den Abstand zur Spitze nicht verkürzen, arbeitete sich aber auf den vierten Platz vor, als es zum Wechsel aufs Laufen ging, seiner Paradedisziplin. Bereits nach zwei Kilometern lief er auf den Namenskollegen auf, der zu diesem Zeitpunkt auf Platz zwei lag. Schmid vor Schmid liefen beide auf hohem Tempo auf den Plätzen zwei und drei weiter, 4 ½ Minuten hinter dem bis dahin führenden Nicolas Bock vom Triathlon-Team Köln. „Ich glaubte zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich daran, dass noch Platz eins drin wäre, aber wollte mich auch nicht mit der Vizemeisterschaft abfinden“, so Schmid, der das hohe Tempo weiter hielt, das in etwa 3:25 Minuten pro Kilometer betrug. Nach der Hälfte der Laufstrecke betrug der Abstand noch drei Minuten, bei Kilometer 12 noch zwei Minuten, bei Kilometer 14 nur noch 50 Sekunden. „Da wusste ich: Der Erstplatzierte hat mächtig Probleme!“. Bei km 15 war er in Sichtweite, beim km 16 stellte Schmid den Kölner. Von da an spielte Stefan Schmid seine Laufstärke aus, trotz nun auch aufkommenden Schmerzen in den Beinen wurde es ein „wahrer Freudenlauf“. So ganz auf seinem Vorsprung ausruhen konnte er sich nicht, war doch der andere Stefan Schmid als Langdistanz-Spezialist nur anderthalb Minuten zurück und machte keine Anzeichen, aufzugeben.
Stefan Schmid zog bis 500 Meter vor dem Ziel voll durch und erbrachte in 1:10:53 Stunden die mit Abstand beste Laufzeit für die 20 Kilometer. Auf der Zielgeraden, standesgemäß im Biergarten des Hauptsponsors, wurde Schmid, der Doktorand der Biologie an der Universität Tübingen, von zwei Mönchen mit einer Maß Bier des Hauptsponsors des Wettkampfes begleitet.
Am Ende kam er mit einer Zeit von 3:58:40 Stunden als Einziger unter der 4-Stunden-Marke ins Ziel (Schwimmen 33:37, Rad 2:14:10, Lauf 1:10:53). Es folgte sein Namensvetter Stefan Schmid in 4:00:07 Stunden (32:52, 2:14:31, 1:12:44), vor dem lange Zeit führenden Niclas Bock in 4:01:31 Stunden.
„Dieser zweite Titel bedeutet mir sehr viel, denn eine Titelbestätigung ist extrem viel wert, dann kann keine mehr von Glück reden!“. Weniger Glück, mehr Kampfgeist und Durchhaltevermögen, haben Stefan Schmid zu dieser bravourösen Leistung geführt.
Ebenfalls vom Sparda-Team Rechberghausen waren noch zwei weitere Kreisvertreter am Start und konnten mit guten Leistungen überzeugen. Wolfram Beck kam nach 4:40:54 Stunden als 108. gesamt und damit 8. der Altersklassenwertung M50 ins Ziel (Schwimmen 41:33, Rad 2:29:39, Lauf 1:29:42). Der sehr gute Läufer Christian Funk, bisher wenig im Triathlon unterwegs, wurde 145. (27. Platz Altersklasse M40) und blieb mit 4:54:09 nach einer Aufholjagd beim Laufen unter der 5-Stunden-Marke (Schwimmen 49:03, Rad 2:40:20, Lauf 1:24:46).
In der Mannschaftswertung ergab sich für das Sparda-Team somit ein hervorragender 4. Platz bei den Deutschen Meisterschaften, hinter den Teams aus Köln, Würzburg und Memmingen. Bei den Frauen gewann Dana Wagner aus Wolfenbüttel in einer Zeit von 4:33:19 Stunden. Starterinnen aus der Region waren hier nicht am Start.
Für Stefan Schmid bleibt wenig Zeit für Erholung, stehen doch in drei Wochen die Deutschen Meisterschaften über die Olympische Distanz in Düsseldorf an, Ende Juli der Mitteldistanz-Triathlon im Immenstadt und Anfang September die Deutschen Meisterschaften über die Langdistanz in Köln.
Alle Fotos: Wolfram Beck
Weitere Infos auch auf Stefan’s Blog
Alle Ergebnisse im Internet unter www.moenchshof-triathlon.de
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