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Weltrekord in Uhingen
Von Rolf Bayha | 27.September 2010
Ein neuer Weltrekord krönte den 16. 24-Stunden-Lauf in Uhingen: Die Siegermannschaft DEVK-Runners legte 452,512 Kilometer zurück. Auch der Zweite überbot die bisherige Bestleistung deutlich.
von Rolf Bayha und Karl-Heinz Preusker
Nach einem verregneten Start am Samstag nahm der 24-Stunden-Lauf in Uhingen ein strahlendes Ende. Zahlreiche Zuschauer verfolgten gestern in der Uhinger Innenstadt die Schlussphase der interessanten Veranstaltung, bei der schon 75 Minuten vor dem Ende feststand, dass es einen neuen Weltrekord geben würde. Zu diesem Zeitpunkt waren die 434,511 Kilometer der “Uhinger Fleckawetzer” aus dem Jahr 2001 erreicht. Bis zu den Signalschüssen, mit denen Hermann Moeller das Rennen genau um 16 Uhr beendete, packte die Siegermannschaft DEVK-Runners noch weitere 18 Kilometer drauf und erhöhte so die Spendensumme, die der Sponsor der Veranstaltung, die Sparda Bank Stuttgart, auslobt hatte. Auch das Aktiv3 Fitnessteam kam mit 450,054 Kilometer deutlich über die alte Rekordmarke. Da die anderen zehn Mannschaften ebenfalls mit ansehnlichen Kilometerzahlen aufwarteten, erliefen die Teilnehmer am 16. Uhinger 24-Stunden-Lauf – von der Sparda aufgerundet – insgesamt 20 000 Euro, die der Aktion Ein Herz für Kinder, den Guten Taten der NWZ und der Stadt Uhingen zugute kamen. Für den neuen Weltrekord gab es 5000 Euro in die Mannschaftskasse der DEVK-Runners.
Entschieden wurde der Wettbewerb in der zweiten Hälfte, nachdem bis dahin die beiden Spitzenteams gleichauf gewesen waren. Als zwischen den beiden Mannschaften genau drei Runden Unterschied waren, legten sie den Rest der Distanz gemeinsam zurück. Am späten Vormittag gab es einen Wechsel auf Platz drei, den bis dahin die Mannschaft der Polizei Baden-Württemberg inne hatte. Verdrängt wurde sie vom Sparda-Team Rechberghausen, das mit Lena Kopp die fleißigste Läuferin in seinen Reihen hatte. Sie legte 66 Runden zurück, also ziemlich genau die Marathon-Distanz. Am meisten Kilometer sammelte Andreas Pfefferkorn aus Klaus Riegerts Team, dessen “Nachtschicht” 96 Runden lang war.
“Wir haben das Team zusammengestellt, um beim 24-Stunden-Benefizlauf den Rekord zu verbessern”, hatte Mannschaftssprecher Dieter Groda vom Aktiv³-Eliteteam vor der Veranstaltung selbstbewusst verkündet. “Und das ist eine einmalige Sache, die wir nicht wiederholen werden”, ergänzte der Produkt-Chef des Bad Ditzenbacher Kräuterhauses Sanct Bernhard.
16 Uhr. Start. Mit schnellen Schritten geht es zur Sache. Das erklärte Ziel des Teams, junge Athleten, Mittel- und Langstreckenläufer sowie Triathleten aus verschiedenen Vereinen Baden-Württembergs, den seit 2001 bestehenden Rekord zu knacken, demonstrieren die Sportler schon wenige Runden nach dem Startschuss, der einmal mehr vom Uhinger Ehrenbürger und Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt, diesmal in luftiger Höhe aus dem Korb des neuen Drehleiterfahrzeuges der Feuerwehr der Stadt, abgegeben wurde. Im DEVK-Team, das mit starken Läufern vom VfL Sindelfingen gespickt ist, haben die Bad Ditzenbacher Klasse-Läufer aber ihre Meister gefunden, denn sie heften sich mit Ehrgeiz an die Fersen der Kräuterhaus-Truppe und lassen sich nicht abschütteln. Auch sie haben den Guinnessbuch-Weltrekord im Visier, ihr Vorhaben aber nur mit vorgehaltener Hand angekündigt. Sie demonstrieren ebenso eine beeindruckende Geschlossenheit.
So sind sie eine Stunde nach Mitternacht mit 305 Runden und umgerechneten 192,76 Kilometern mit der Elitemannschaft immer noch gleichauf. “Wir konnten bisher alle einmal drei Stunden am Stück schlafen”, erklärt Triathlet Stefan Schmid im Trikot der Aktiv³-Elite-Runner um halb vier nach 29 zurückgelegten Runden. “Dennoch fühle ich mich gerade platt”, meint er, blickt aber dennoch mit Zuversicht in die zweite Hälfte des Rennens, die vor allem in den letzten Stunden wegen des großartigen Zuspruchs durch die Besucher des Uhinger Sonntages gefühlt einfacher zu laufen ist.
4 Uhr. Halbzeit. Die Konzentration bei allen Teams lässt nach und deshalb sind die Mannschaftskapitäne sind gefordert, nach der Ordnung in der Mannschaft und nach der Einhaltung des selbst gesteckten Fahrplanes zu schauen. Ein DEVK-Läufer muss eine weitere Runde zurück legen, da seine Ablösung fehlt, was er mit dem lauten Vorwurf “hei Leute” quittiert und durch das Wechselzonenzelt rast, in dem sich wegen der Kälte der Nacht die meisten Zuschauer aufhalten. Nach der Runde steht die DEVK-Partnerin zur Stelle und löst ihren Kameraden ab. Sie hatte den Wechsel versäumt, scheint sich zuvor etwas ausgeruht zu haben, denn mit leichten Schritten läuft sie selbstbewusst in die Uhinger Nacht hinein. Noch ist alles offen.
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